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des Matthias-Claudius- Sozialwerkes Bochum.

Wirkung des Geistes Gottes

“Durch die Wirkung des
Geistes Gottes ist der Mensch in eine Gemeinschaft
gestellt, die ihn schützt und trägt, die ihn nach Geist,
Seele und Leib aber auch anregt, seine Gaben und
Fähigkeiten zu entfalten, selbst Verantwortung zu
übernehmen und Gottes Verheißung zu vertrauen.”


Im Glauben an den Heiligen Geist bekennt die
christliche Gemeinde, daß keiner für sich allein leben
kann, sondern daß alle Menschen von Gott dazu
geschaffen und berufen sind, in Gemeinschaft zu
leben, einander zu dienen und zu ergänzen und
miteinander Verantwortung für andere zu
übernehmen als Menschen, als Christen, als Bürger.
Zugleich bezeugt die heilige Schrift, daß jeder
einzelne ein wertvolles Geschöpf Gottes ist, das von
Gott angesprochen und durch seinen Geist befähigt
und begabt wird. Daraus folgt, daß jedem unabhängig
von menschlicher Beurteilung und vor aller Leistung
seine Achtung und Würde zukommt. Wie alle
Menschen in einem lebenslangen Prozeß
Entwicklungsphasen und Stufen der Reifung
durchlaufen und rnitgestalten, so ist auch der Glaube
ein Weg des Lernens und Wachsens in der
Gemeinschaft mit anderen. Dieser Prozeß schließt
Versagen und Scheitern, Neuanfang und neue
Zuversicht ein. Darin können Kinder und Erwachsene
einander beistehen. Prozesse der Ablösung und der
Selbständigkeit gehören von Anfang an zum
menschlichen Leben - in der Familie, in der Umwelt,
in Unterricht und Schulleben, im Beruf, im
öffentlichen Leben. Es ist lebenswichtig, daß Kinder
und junge Menschen Spielraum bekommen, um sich zu
entfalten und zu erproben, daß sie an den Aufgaben
der Gemeinschaft teilhaben und mit ihren Fähigkeiten
in Anspruch genommen werden. Dabei ist es wichtig,
daß die jungen Erwachsenen als gleichwertige Partner
akzeptiert werden. Jugendliche wie junge
Erwachsene bleiben jedoch darauf angewiesen, daß
sie ermutigt und unterstützt werden und daß ihnen
auch im Versagen das Vertrauen nicht entzogen wird.
Viele meinen heute, Ablösung aus kindlicher
Abhängigkeit, Befreiung von Autorität und Tradition
mit dem Ziel der Selbstbehauptung und
Selbstverwirklichung sei das Ziel menschlicher
Entwicklung. Das ist jedoch ein Mißverständnis, ein
Trugschluß. Die Erfüllung des menschlichen Lebens
liegt vielmehr darin, daß Menschen in Freiheit
miteinander verbunden sind und daß sie lernen,
einander zu ergänzen und das Leben gemeinsam zu
gestalten. Dies gilt für die Beziehung der
Generationen, für die Beziehungen in einer Gruppe
oder Gemeinde wie für das gemeinsame Leben,
Arbeiten und Feiern in der Schule. In Freiheit
miteinander verbunden sein: Das ist aus christlicher
Sicht ein Abbild der Beziehung Gottes zum Menschen.
Sie wird in seiner Liebe und in der Versöhnung in
Jesus Christus sichtbar, durch die wir in der Kraft des
Heiligen Geistes zur Liebe und zur Gemeinschaft
befreit werden. Ein Schulleben, das von Freiheit und
Bindung, Zuversicht und Vertrauen, Selbständigkeit
und Verantwortung geprägt ist, kann jungen Menschen
wichtige Orientierungshilfen bei ihrer
Persönlich-keitsfindung geben und sie für ein
verantwortliches Handeln in der Gesellschaft stärken.